Hinweis: Vor Arbeiten an Sitzen mit Seitenairbag die Batterie abklemmen!

 

 

by Trobal, 2010

Ein „Leiden“ unserer Vans ist die zerdrückte linke Wange des Fahrersitzes verbunden mit einer abgebrochenen Sitzverkleidung bzw. Konsole (die mit der Sitzverstellung).

Dieses entsteht durch das Aussteigen, wo man bauartbedingt über den Sitz „hinausrutschen“ muss – dabei wird die Sitzwange jedes Mal gequetscht bis sie an der Auflagestelle zum Sitzträger einreißt. Dadurch wird dann die Sitzverkleidung mit dem Körpergewicht beim Aussteigen belastet bis sie an der vorderen Schraube und oft auch an der versenkten mitteren Schraube bricht. Auch der Sitzkomfort leidet sehr, da der Sitz wenig Seitenhalt vermttelt und auch schon Metallteile spürbar waren.

Einen tauglichen Ersatz zu bekommen ist nun nicht so einfach: Beim örtlichen GM-Händler kostet ein solcher Sitzpolster beinahe € 350,-. Die üblichen Verdächtigen im Netz können auch keinen besorgen und selbst amerikanische Teilehändler schaffen das nicht (ich habe bei vier Händlern angefragt). Bei den Schrottplätzen ist kein ordentlicher Fahrersitz zu kriegen, es ist eben ein „Leiden“, das aber einer gewissen Laufleistung alle Chevys betrifft. Auch bei den Beifahrersitzen schaut es nicht besser aus, nur spiegelverkehrt (also vielleicht ein kleiner Konstruktionsfehler?).

Eine Option sind die „Captain Chairs“, diese sind vom Sitzpolster komplett gleich (auch der metallene Sitzträger) und üblicherweise besser im Zustand da weniger benützt. Nachteil: diese sind zumeist in Leder gehalten. Wer nun eine Stoffgarnitur im TS hat muss ein bisschen mehr umbauen, wie auch im meinem Fall.

Nachdem ich mir einen Captain Chair mit Leder besorgt habe wurde dieser einmal „gestrippt“. Sitzgestell abschrauben (4x10er Sechskant), Verkleidungsteile aushängen und Lehne abschrauben (55er Torx). Danach den Lederbezug unten aushängen (ist nur am Sitzträger eingehängt und Bezug runter (wie das geht zeige ich euch beim Fahrersitz).

Auch der „neue“ Sitzpolster war schon ein wenig eingerissen, daher wurden alle Nahtstellen mit der Heissklebepistole geklebt bzw. verstärkt (5 Klebestifte gingen drauf). Dauer: ca. 1 Stunde ohne Stress.

Eine Woche später dann ans eigene Auto:

Erster Schritt: der Fahrersitz muss ausgebaut werden, dazu sind am Bodenblech 4 Schrauben (vorne 17er, hinten 15er Sechskant) zu lösen und alle Steckverbindungen zu lösen (zuvor den Sitz jedoch ganz nach oben und ca. in die Mitte stellen, sonst gibt es beim zweiten Schritt Ärger). Danach kann der Sitz zum Arbeitsplatz getragen werden.

Zweiter Schritt: der Sitz wird auf die Sitzfläche gelegt, um das Sitzgestell und die Verkleidungen abzumontieren. Das Sitzgestell ist mit 4x10er Sechskant befestigt, das Abschrauben ist ein bisschen fummelig (besonders wenn der Sitz zuvor nicht nach oben gefahren wurde). Die Verkleidungen sind mit Kreuzschrauben (4 von unten, zwei seitlich) befestigt. Beim Abbau der Konsole mit der Sitzverstellung ist auf den elektrischen Anschluss zu achten, bei der anderen auf die Spannschnüre des kleinen Netzes (diese sind am Sitzgestell eingehängt).

Sitzbezug1

Sitzbezug2

Dritter Schritt: Abbau der Sitzlehne. Dazu sind die Verkleidungsteile an den Seiten abzunehmen (die sind nur gesteckt, müssen jedoch ausgefädelt werden) und die 4x55er Torx zu lösen. Dabei ist auf das Kabel des Seitenairbags zu achten.

Sitzbezug3

Vierter Schritt: Bezug muss runter. Der Bezug ist am Sitzrahmen befestigt und ganz leicht zu öffnen. Danach kann der Sitzbezug über den Schaumstoffkern gezogen werden. Der Bezug ist an drei Metallstreben im Schaumstoffkern befestigt, um schön straff aufzuliegen. Befestigt ist dies mit Metallringen, welche ich mit einer Rabitzzange getrennt habe. Danach fällt der Bezug herunter – Halbzeit!

Anmerkung: Wenn man die Metallringe mit einer Spitzzange aufbiegt können  diese anschließend wieder verwendet werden

Sitzbezug4

Das alte Sitzpolster schaut recht mitgenommen aus: die Sitzwange ist merklich dunkler SIEHE und zur Hälfte eingerissenein Fall für die Mülltonne.

Sitzbezug5

Fünfter Schritt: Wiedermontage des Bezuges. Um den Bezug wieder schön faltenfrei und straff auf das Sitzpolster zu bekommen muss der Bezug wiederum an die Metallstreben „gespannt“ werden. Die Metallringe sind unwiederbringlich kaputt, daher habe ich an dessen Stelle Kabelbinder angebracht. Der Bezug wird nun sauber aufgelegt und die Kabelbinder durch den Bezug gefädelt (auch hier sind Metallstangen vorhanden), fest niedergespannt und die Überstände der Kabelbinder abgeschnitten.

Links der alte, rechts der neue Sitzpolster

Sitzbezug6

Um ein rasches wieder absenken der Sitzwange zu unterbinden habe ich eine kleine Konsole aus Alu-Riffelblech gefertigt und an den Sitzträger an genietet – muss man aber nicht. Danach wird der Sitzträger wieder in den Schaumstoff eingelegt und der Bezug wieder befestigt (geht jetzt einigermaßen schwerer, da ja wieder richtig gespannt).

Sitzbezug7

 

Sechster Schritt: Zusammenbau des Sitzes in umgekehrter Reihenfolge wie bei der Demontage. Also Sitzlehne montieren (Achtung auf das Kabel des Seitenairbags), Sitzgestell anschrauben, Verkleidungen anbringen. Sitzverstellung und Spannschnüre wieder anbringen (die ausgerissene Verkleidung mit der Sitzverstellung habe ich mit einem kleinen Stück Lochband befestigt).

 

Letzter Schritt: Sitz wieder ins Auto einbauenfestschrauben und Kabelverbindungen wieder  zusammenstecken und dann: endlich wieder ordentlich hinterm Volant sitzen!

 

Sitzbezug8

 

Für den gesamten Umbau habe ich ca. 2 stressfreie Stunden benötigt.

 

Viel Erfolg bei euren Sitzumbauaktionen!

 

   
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