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Hallo Transsporter...

...wie ihr sicher wisst, ist der TS nicht soo teurer was die Versicherung angeht. Das ist ok, sofern man einen günstigen Schadensfreiheitsrabatt hat. Sonst wird es trotzdem teuer. Als Einsteiger landet man deutlich über 100% Einstufung - und muss dementsprechend viel bezahlen.

Da dies damals auch mich betraf, habe ich meinen TS als Wohnmobil zugelassen. Da ich eh nicht so viele KM pro Jahr fahre und auf Treffen gerne mal im TS schlafe bot sich das an. So einen Umbau hatte aber beim Pontiac Trans Sport noch nie jemand gemacht, also war einiges an Handarbeit und Erfindergeist erforderlich.

Rahmenbedingungen

Der TÜV / DEKRA fordern für die Eintragung:

  • Schlafstätte, min. 180cm x 80cm
  • Einbauschrank zum Verstauen von Klamotten (Schrank unter der Küche reichte nicht!)
  • Küche mit Herd (Gaskocher, Achtung: Gasprüfung nötig!) und Spüle (Kanister für Wasser und Abwasser nötig)
  • (Klapp-)Tisch
  • Sitzgelegenheit

Der Umbau

Folgend seht ihr zunächst Fotos vom Bau des Küchenblocks. Als Schlafstätte reichte eine zusammenklappbare Matratze und da der TÜV-Prüfer auf einen weiteren "festeingebauten Schrank" bestand, stelle man sich eine Kommode für 12,95 EUR vom Dänischen Bettenlager vor, die hinten an den letzen Sitz geschraubt ist.

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Sitzgestell eines normalen Transsport Modularsitzes.
Hier sind bisher nur die Polster und die Lehne entfernt.

 

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Sitzgestell eines normalen Transsport Modularsitzes.
Hier sind bisher nur die Polster und die Lehne entfernt.

 

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Mit der Flex die eine Aufnahme für die Lehne abgeflext.

 

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Und hier sind beide ab.

 

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Schnittkante.

 

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So wird der künftige Küchenblock fest verankert.

 

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Die ersten Seitenwände sind fertig.
Praktisch: 2 Kanister passen genau in den Ausschnitt des Sitzes - einer für Frischwasser, einer für Abwasser. Nachdem ich lange nach passenden Kanistern gesucht habe, die aber beim Zubehörhandel oder in Baumärkten entweder schweineteuer und/oder zu groß waren, endschied ich mich für die 1,99 EUR-Variante (Kanister mit destilliertem Wasser aus dem Baumarkt). Günstig und bei Bedarf immer wieder nachzukriegen...

 

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Alle Seitenwände da, fest mit dem Gestell verankert.

 

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Erste Ablagen im Innenraum.

 

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Da sollte die Gasflasche hin...
...das gab dann aber noch einige Probleme mit der Gasprüfung. Man glaubt es nicht, wie umständlich das ist! Selbst bei Gasmengen, die man schon fast mit 3 Feuerzeugen im Auto auch erreicht.

 

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Kasten für die Gasflasche.
Also, Gasflasche einfach drinnen befestigen ist nicht! Muss ein komplett vom Kasten und dem Fahrzeuginnenraum luftdicht abgetrennter Kasten gebaut werden, mit Bodendurchführung. Ja, richtig gehört - es muss ein Loch in den Boden des guten TS geschnitten werden - Da (LPG/Flüssig-) Gas schwerer ist als Luft, sinkt es nach unten weg.

 

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Der Gaskasten nimmt Form an.
Der Gaskasten lässt sich hier schon erkennen, Bodendurchführung wird mit HT-Rohr und passenden Gummimuffen realisiert.

 

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Loch im Boden

 

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Winkelstück gegen Spritzwasser.

 

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Winkelstück aus Fahrzeugunterbodenansicht.

 

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Ordentlich Pampe drum, damit es dicht ist.
Nicht zu vergessen ein feines Gitter, damit keine Insekten da reinkrabbeln.

 

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Gaskasten luftdicht zum Fahrzeuginnenraum!
Gaskastentür liegt jetzt hinter dem Fahrersitz, siehe Bild-im-Bild, links oben.

 

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Gaskastentür, befestigt mit 4 Rädelmuttern.
Innen gibt es eine Gummidichtung.

 

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Die Küche ist komplett.
Oben dient eine Platte als "Tisch", vorne befindet sich ein Klappstütze für die Tür, so kann diese auch als zusätzlicher Tisch benutzt werden, wenn die Tür offen ist, siehe unten. Links im Bild habe ich noch eine 12V Steckdose installiert, brauchte ich eh und in diesem Fall speist sie die Frischwasserpumpe (geht an, wenn man den Wasserhahn aufdreht). [Nachtrag 11/2013: Bei der derzeitigen Situation würde ich vielleicht gerade nicht so dolle mit der USA-Fahne rumwedeln, was knapp 4 Jahre doch so ausmachen).

 

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Küche aus Heckansicht.
Auf dem Sitz hinter der Küche kann man beim Kochen bequem sitzen. Abstand zur Decke ist ebenfalls eingehalten (schon bei der Konstruktion des Herdes berücksichtigt)

 

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Das Innenleben der Küche...
...ja, ich habe es schon benutzt. Abgesehen von dem ganzen Küchengerüpel sieht man hier die beiden Wasserkanister, Stromanschluss für die Wasserpumpe, Gaskasten usw. - Klappe dank Stütze als Tisch nutzbar.

 

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Kocher-/Spülenkombination von Kramer.

 

UND JETZT DAS HIGHLIGHT!!!

Der TÜV wollte zur Eintragung unbedingt einen "fest eingebauten Schrank" - meine Idee mit den Stapelboxen fand er blöd (ich fands gut, passte mehr rein, sind transportabel, sehen nicht so dämlich aus usw.) - naja, ich hatte die Faxen dicke und als ich vom ersten Eintragungsversuch auf dem Rückweg beim Dänischen Bettenlager vorbeikam und dort diese Nachttische stehen sah, da packte es mich. Zack gekauft und reingeschraubt. Dazu Gewinde in Stütze der Rückenlehne geschnitten, Winkel dran und gut:

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Dort wo auf dem letzten Bild der hintere, rechte Sitz zu sehen ist, hatte ich bei der Eintragung die Matratze. Eine günstige Federkernmatratze. die sich zudem "zusammenklappen" lässt. Wohl nicht ursprünglich so vorgesehen, aber dem TÜV habe ich das natürlich als Absicht verkauft.

So, das wars - der TS ist jetzt als Wohnmobil eingetragen und kostet nicht mehr 150% (oder so) an Versicherung! Das war der Sinn der Sache. Als Wohnmobil in steuerlichen Belangen ist er nicht angemeldet, denke das geht bei dem Fahrzeuggewicht auch nicht. Wer andere Infos hat, immer her damit...

Beste Grüße
FLATDOWN


 

Nachtrag 08/2013: Haha, immer wieder lustig mit TÜV & Dekra. Beim letzten TÜV hatte ich vergessen die Küche einzubauen, da hieß es dann "Ja, aber das ist doch als Wohnmobil eingetragen, also her damit". Also los und eingebaut, ok, leuchtet ein, muss ja auch Gasprüfung an den Geräten gemacht werden. Dieses Jahr der Abnahme dann folgende Überraschung: "Nein, das nehme ich so nicht ab". Ging um die Entlüftung, die bei Eintragung den Vorgaben des TÜVs entsprachen. Jetzt hingegen war das aber nach Paragraph XY Abschnitt-Schlagmichdoch nicht ok. Argh! Nach langem hin und her folgende Lösung: Nach Behebung anderer Mängel nochmal wieder kommen, ohne die Küche. Dann ist alles ok. War es auch.
Ob sich heute so ein Umbau (für mich) noch lohnt ist fraglich. Inzwischen habe ich einen besseren Schadensfreiheitsrabatt. Und für die Steuer macht die Sache eh keinen Unterschied, bei dem Umbau ging es nur um die Versicherungsprämie.

Kommentare   

0 #3 Martin 2011-06-07 21:14
Das mit der Stehhöhe muss ein, von einem Deppen in die Welt gesetzten, sich haltendes Gerücht sein.

Wie sonst wären jemals die Acadiane, der Renault Fourgornette u. a. als Wöhnnmobil eingetragen worden?

Einen FZ Brief von einem Fiat 238 habe ich hier noch und was ich mit den ganzen Bullis, den Hanomags, serienhergestel lten Westfalia und wie sie alle heissen?

Glaube eher der TÜV Prüfer wurde nicht seinem Namen gerecht, der hatte schlicht keine Ahnung!

In keiner greifbaren Vorschrift im Inett findet sich eine solche Begrenzung.
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0 #2 Martin 2010-08-02 18:30
Hi Guido - wie oben geschrieben, steuerlich keine Auswirkungen. Ging mir nur um die Einstufung bei der Versicherung. Das macht das FA. - da hast du Recht, die können dann trotz TÜV noch den Daumen runter machen...

BG
FLAT
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0 #1 Martin 2010-08-02 13:19
Moin,

da hast du aber einen guten Prüfer erwischt! Ich arbeite als Meister in einer Werkstattund habe letztens zufällig mit unserem TÜV-Prüfer über Zulassungen zum Wohnmobil allgemein gesprochen und er sagte, dass eine Voraussetzung eigentlich ist, das eine Standhöhe von 1,75m im Fzg. gewährleistet sein muss. Aber ist ja gut, wenn es bei dir geklappt hat. Hat es bei der Steuer auch Auswirkungen? Da bin ich nicht informiert. Aber wenn, und wenn man das nutzen will, sollte man darauf gefasst sein, dass das FA evtl. auch noch rummosert und den Umbau trotz Eintragung nicht anerkennen muss (s.LKW-Zulassung)

Gruß
Guido
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